10.10.2021 – 27.03.2022

FUTURE LAB 2

Spekulative Nomaden. Von Hütte zu Hütte

Wie geht es weiter im postindustriellen Zeitalter? Spekulative Nomaden erproben alternative Wege für die Gegenwart und Zukunft – Zweites FUTURE LAB im Weltkulturerbe bis zum 27.3.2022

Sie wissen nicht, was ein „spekulativer Nomade“ ist? Vielleicht hilft Ihnen ein Bild weiter: Ein Industrieller sieht den Fluss und die Kohle. Er baut an dieser Stelle seine Fabrik und entzieht dem Fluss und Boden, was er braucht. Ein spekulativer Nomade sieht den Fluss, nimmt daraus Wasser zum Trinken und zum Waschen, sammelt Treibholz, lässt die Kohle Kohle sein — und zieht weiter.
Es ist dieses Bild eines anderen Rhythmus, eines anderen Verhältnisses zu Natur und Lebensraum, von dem aus das zweite FUTURE LAB im Weltkulturerbe Völklinger Hütte seine künstlerischen Aktivitäten entwickelt.

Die Zukunftslabore des Weltkulturerbes widmen sich künstlerisch-experimentell zentralen Themen der Gegenwart und Zukunft. Wie werden wir mit den Veränderungen leben, die in den letzten zwei Jahrhunderten durch den Menschen und die Industrialisierung entstanden sind? 

Das zweite FUTURE LAB „Spekulative Nomaden“ beschäftigt sich mit aktuellen sowie zukünftigen Wohn-, Arbeits- und Lebensformen. Die GastkuratorInnen, das Projektbüro der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar) unter Leitung von Prof. Georg Winter, sind hierfür Spezialisten: Sie haben ihre Ateliers in der Handwerkergasse der Völklinger Hütte, in einem ehemaligen Industriestandort, und begrünen aktuell Brachflächen in der Kokerei. Die BesucherInnen dürfen sich auf eine kreative Auseinandersetzung mit den Fragen unserer Zeit freuen: Es geht um die Völklinger Hütte, um Völklingen und um die Welt — „von Hütte zu Hütte“.

Zentrum des FUTURE LAB ist die Erzhalle als Laborraum und ‚Zukunftsschmiede‘. Arbeitsplätze stehen bereit, eine Werkbank, eine lange Essenstafel, eine Performancefläche mit niedrigen Bänken, Teppiche irritieren mit soziologischen und politischen Botschaften.

„Die Unsicherheit in Hinblick auf die Zukunft unserer Umgebung, unserer Gesellschaft und unseres Planeten ist in einer Drastik spürbar wie kaum zuvor. In diesem Sinne begreifen wir die Notwendigkeit, jetzt an dem zu arbeiten und zu forschen, was unser Leben in Kürze verändert oder auch schon verändert hat. Es ist das Jetzt mit seinen akuten Situationen und Konstellationen, das unseren vollen Einsatz verlangt. Wir müssen die unaufschiebbaren Aufgaben angehen, die uns die Zukunft heute schon abverlangt“, sagt Prof. Georg Winter.

Leitend ist dabei das Bild der "Hütte" als Ort der sozialen wie gesellschaftlichen Transformation. Ausgehend von der Erzhalle der Völklinger Hütte erproben die spekulativen Nomaden des S_A_R Projektbüros der Hochschule der Bildenden Künste Saar gemeinsam mit zahlreichen PartizipantInnen neue Realitäten: mit künstlerischer Verve und kreativem Veränderungswillen.

Weitere Infos:  sar-projektbüro
                     Hochschule der Bildenden Künste Saar

Gastkurator: S_A_R Projektbüro der HBKsaar, Prof. Georg Winter