URBAN ART BIENNALE
Einladung zur Vernissage
Am Samstag den 9. Mai eröffnet die URBAN ART BIENNALE 2026.
Der Eintritt ins Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist zur Eröffnung ab 16:30 kostenfrei.
GERNE KÖNNEN SIE SICH FÜR DIE ERÖFFNUNG ANMELDEN
PROGRAMM ZUR ERÖFFNUNG DER URBAN ART BIENNALE
Samstag 9. Mai von 16:30–21:00 Uhr
16:30
Einführung zur Live-Musik
Zeitgenössische türkische Volksmusik eröffnet die Zeremonie der Urban Art Biennale.
16:40
Offizielle Präsentation
Institutionelle Präsentation zur Eröffnung der Urban Art Biennale.
17:00
Terminologie in der urbanen Kunst
Podiumsdiskussion mit Jens Besser (DE), Moderator; Prof. Ilaria Hoppe, Robert Kaltenhäuser (DE), Nico Ciarlone.
Diskussion über die Definitionen, Kategorien und die Sprache, die zur Beschreibung von Praktiken innerhalb der urbanen Kunst und des Graffiti verwendet werden.
17:00
Führung durch die Urban Art Biennale mit Kurator Frank Krämer
Geführte Tour durch die Biennale-Ausstellung mit ortsspezifischen Werken und Interventionen von über 50 internationalen KünstlerInnen.
18:00
Street Art, Between Illegality and Monument Protection
wissensART Film Programme mit Nathalie David (FR/DE), Valentin Rothmaler (DE), Lovorka Peric-Hassler (DE), Monika Krücken (DE). Moderator: KP Flügel.
Diskussion im Vorfeld der Naegeli- Vorführung. Die beiden Filme des wissensART- Programms befassen sich mit Künstlern, deren illegale Werke erst später offiziell anerkannt wurden: Klaus Paier's Wandmalereien in Aachen, die heute unter Denkmalschutz stehen, und Harald Naegeli, der gleichzeitig angeklagt und mit dem Großen Kunstpreis Zürich ausgezeichnet wurde. Ein Gespräch zwischen vier Personen, die diese seltenen Wendungen hautnah miterlebt haben: Nathalie David, Regisseurin des Naegeli- Dokumentarfilms; Monika Krücken, Stadtkonservatorin von Aachen, die den Denkmalschutz für Paier's illegale Wandmalereien beaufsichtigte; Valentin Rothmaler, Professor für Kunst und Architektur an der Hochschule Wismar, der Naegeli zu einem Kurs an der Wismar International Summer Academy einlud; und die Filmemacherin Lovorka Peric-Hassler.
18:45
Harald Naegeli : Der Sprayer von Zürich
wissensART Filmprogramm. Präsentiert von Regisseurin Nathalie David im Gespräch mit KP Flügel.
Der Sprayer von Zürich verwischt seit 1977 die Grenzen zwischen Kunst und Sachbeschädigung. 2020, im Alter von 81 Jahren und unheilbar an Krebs erkrankt, kehrte Naegeli in seine Heimatstadt zurück und sprühte während des Corona-Lockdowns über fünfzig Totentanzfiguren in Zürich. Im selben Jahr verlieh ihm die Stadt den mit 50.000 Franken dotierten Kunstpreis für sein Lebenswerk, während der Kanton wegen derselben Aktionen Strafanzeige gegen ihn erstattete. Der Film ist sein Vermächtnis.
20:30
BOUZUQ ΣΣ
Mit Kadir 'Amigo' Memiş. Zeitgenössische türkische Livevolksmusik von Elektro Hafiz.
Wenn Kadir „Amigo“ Memiş tanzt, erweckt er die Erinnerungen an seine Kindheit als Hirte in Anatolien zum Leben. 1984 zog er zu seinen Eltern nach Berlin und entdeckte dort die Hip-Hop-Kultur und den Breakdance. Als Gründer der international gefeierten Flying Steps widmet sich Memiş dem Style Writing – einer Kunstform zwischen Graffiti, Kalligrafie und persönlicher Handschrift.
Die URBAN ART BIENNALE ist weltweit eine der größten Werkschauen dieser anarchischen Kunstform jenseits herkömmlicher White Cube-Ästhetik. Seit 2011 wird alle zwei Jahre das gesamte Areal der Völklinger Hütte zum kongenialen Dialogpartner für die Kunst, die sich aus Street Art und Graffiti entwickelt hat.
Nachdem die beiden letzten Biennalen weit in den Völklinger Stadtraum ausgegriffen haben, liegt der Fokus 2026 räumlich und inhaltlich wieder stärker auf der Völklinger Hütte. Mehr Arbeiten als je zuvor entstehen in situ speziell für ihren Ort in der Hütte. Zahlreiche Künstler:innen treten mit ihren Werken direkt in Dialog mit der Architektur und der Geschichte des ehemaligen Eisenwerks.
„Street Art und Graffiti haben sich in Reibung mit der Stadt und in Konkurrenz zu den dort schon bestehenden Botschaften entwickelt. Auch die heutige Urban Art braucht den Gegenspieler und Mitspieler — einen Ort, von dessen räumlicher Struktur man sich inspirieren oder abgrenzen kann und auf dessen Geschichte die eigene Kunst reagiert. Die Völklinger Hütte bietet hierzu unzählige Möglichkeiten“, sagt der Kurator der URBAN ART BIENNALE, Frank Krämer.
Der raue Charme der Möllerhalle oder der Sinteranlage treffen auf filigrane Stoffe und raumgreifende Installationen. NeSpoon spannt zwischen Sinteranlage und Möllerhalle ein fragiles Spinnennetz aus Häkeldeckchen, der Graffiti-Pionier Boris Tellegen, unter dem Künstlernamen DELTA für seine dreidimensional wirkenden Buchstaben bekannt, überführt seine Räumlichkeit in eine gigantische zweifarbige Holzskulptur.
In Baptiste Debombourgs im wahrsten Sinne des Wortes facettenreicher Installation über die Arbeit und die Arbeiter der Völklinger Hütte spielt mit zerbrochenem Spiegelglas besetzte Kleidung eine zentrale Rolle. Der französische Künstler Milo sammelt Fingerabdrücke in der Stadt Völklingen und bringt sie per Kohlenstaub auf Papier in die Möllerhalle des Weltkulturerbes. Igor Ponosov übersetzt charakteristische Bewegungen der Hüttenarbeiter in eine Performance, die den historischen Rhythmus des Werks zu neuem Leben erweckt. Und in den Jacken, Hemden, Hosen, Röcken, Tüchern und Mützen, die Coco Bergholm in Anlehnung an Oberflächen des ehemaligen Eisenwerks und heutigen Weltkulturerbes von Rostrot bis Paradiesgrün gestaltet, können die Besucher:innen in einer „Postindustrial Camouflage“ mit den Orten der Hütte regelrecht verschmelzen – HUETTECOUTURE eben!
Die Faszination von Zugwaggons — die im Zentrum der Graffiti-Kultur standen und Haupttransportmittel in der Völklinger Hütte waren — manifestiert sich in der diesjährigen URBAN ART BIENNALE in Kunstinstallationen und einer Foto-Präsentation, die die Kultur der urbanen Graffiti-Crews spiegelt und Street Art an entlegenen und unzugänglichen Orten für die Besucher:innen erlebbar macht.
REFRESHINK bezieht sich auf eine Technik der traditionellen Kunst, wenn er gesprühte Werke erschafft, die an Mosaike erinnern. Tomas Lacque wiederum lässt seine urbane Installation unter einer Farbschicht erstarren – als habe ein Ascheregen das Werk bedeckt. Ein Eindruck, der Assoziationen an Pompeji nach dem Vulkanausbruch zulässt.
Das Dach der Möllerhalle hat sich der Künstler Ampparito für seine Botschaft ausgesucht, die man in großen Lettern am besten von der Aussichtsplattform des Weltkulturerbes in 45 Metern Höhe betrachten kann. Sie spielt mit der Botschaft, die Autobesitzer in Spanien zuweilen in ihre Fahrzeuge legen: NO HAY NADA DE VALOR, frei übersetzt „Hier drin gibt es nichts von Wert“. Von wegen!
UNLOCK BOOK FAIR
Parallel zur Eröffnung findet vom 8. bis 10. Mai die Buchmesse UNLOCK BOOK FAIR statt, in Kooperation mit dem Interreg-Programm GRACE – Greater Region Artistic and Cultural Education. Sie bietet die Gelegenheit, spezialisierte Literatur zu Murals, Straßenfotografie und Street Art ebenso wie Publikationen zu zeitgenössischer Kunst rund um Graffiti und Subkultur zu entdecken. Nach Stationen in Barcelona, Amsterdam, Berlin, Modena oder der Kulturhauptstadt Chemnitz im letzten Jahr findet die internationale Buchmesse zum zehnjährigen Jubiläum in der Völklinger Hütte statt.
Mehr als 80 Verleger aus 22 Ländern auf 4 Kontinenten werden mitten im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ihre Publikationen anbieten, die zumeist über normale Buchhandlungen nicht zu erwerben sind. Die Buchmesse wird von zahlreichen Diskussionen, Filmvorführungen und Workshops begleitet. Die Pariser Künstler Tomek und Mosa (PAL Crew) werden kalligraphische Interventionen kreieren, außerdem ist u.a. der Direktor des Museum of Graffiti in Miami zu Gast.
Mediengalerie
Pressestimme URBAN ART BIENNALE 2026
„Eine Welt der Kontraste. Der raue Charme alter Industriearchitektur und filigrane Stoffe. Riesige Installationen, wo mal Maschinen dampften. Eine anarchische Kunstform, an einem Ort vereint. Das frühere Eisenwerk wird zum Atelier. Künstler aus drei Kontinenten im Saarland: In Völklingen ist Urban Art Biennale.“
Christian Sievers, ZDF heute journal, 6. Mai 2026
„Sie macht neugierig, wirft Fragen auf, provoziert: Urban Art, die Straßenkunst erobert jeden Winkel der Völklinger Hütte.“
Claudia Oberst, ZDF heute journal, 6. Mai 2026
„Ein Ascheregen bedeckt die Welt. Ein Bild, das Assoziationen an Pompeji nach dem Vulkanausbruch auslöst. Einige Installationen, wie diese von Thomas Lacque, rütteln auf mit Umweltthemen. 55 Künstler aus 17 Ländern […] arbeiten bei der Urban Art Biennale, viele von ihnen direkt vor Ort.“
Bettina Rau, SR Aktueller Bericht, 6. Mai 2026
„Am kommenden Sonntag beginnt die Urban Art Biennale 2026 im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Kurator Frank Krämer ist es wieder einmal gelungen, Szenegrößen aus aller Welt ins Saarland zu holen. Und die beschäftigen sich in diesem Jahr mehr denn je mit der Hütte selbst.“
Isabell Schirra, Saarbrücker Zeitung, 7. Mai 2026
