Die Trockengasreinigung

Trockengasreinigungen I, II und III

Baujahr:
Trockengasreinigung I: 1911/1912
Trockengasreinigung II: 1913/1917
Trockengasreinigung III: 1922-1926

Betriebszeit: 75 Jahre bis zur Stilllegung der Hütte

Die Betriebsfunktion der Anlage war die Reinigung der Abgase aus den Hochöfen. Die Trockenreinigung konnte in einer Stunde bis zu 381.000 Kubikmeter Gichtgas reinigen, also fast das vierfache Volumen des Gasometers der Saarstahl AG. Das gereinigte Gas konnte als Brennstoff vielfältig weiterverwendet werden: zum Antrieb von Gebläsemaschinen und Dynamos, für die Winderhitzung, in der Sinteranlage und in der Kokerei. Der herausgefilterte Staub wurde entweder in der Sinteranlage mit verarbeitet und der Verhüttung erneut zugeführt oder in der benachbarten Zementfabrik als Zuschlagsstoff verarbeitet.

Der Bau der drei Trockengasreinigungen in Völklingen belegt den Erfolg der zunächst noch neuen, in diesen Dimensionen bis dahin unerprobten Technik, der Gichtgasreinigung nach dem Halberg-Beth Verfahren.  Die drei Anlagen mit ihrem zeitlichen Abstand und ihren Umbauten und Erweiterungen sind Zeugnis der Weiterentwicklung der Gichtgasreinigung an der Völklinger Hütte. Ihr durchgehender Betrieb bis zur Stilllegung der Hütte im Jahre 1986 bezeugt ebenfalls die Langlebigkeit dieser Technik. Das System der Trockengasreinigung nach Halberg-Beth fand in den 1910er und 1920er weltweite Verbreitung, wurde dann jedoch von moderneren Verfahren abgelöst

Trockengasreinigung Zwischen Zwei Reinigungsblöcken
Trockengasreinigung  vom Boden aus gesehen
Trockengasreinigung Zuläufe des Gichtgases in die Trockengasreinigung
Trockengasreinigung26720
Die Filterschläuche eine einer Kammer  der Trockengasreinigung
Trockengasreinigung Zuläufe des Gichtgases in die Trockengasreinigung