Die Gebläsehalle

Baujahre: 1900 bis 1938
Betriebszeit: 85 Jahre bis zur Stilllegung der Hütte

Im Jahr 1900 begann in Völklingen der Bau einer neuen Gebläsehalle für vier große Gasgebläsemaschinen. Mit diesen damals hochmodernen Maschinen konnte das in großen Mengen anfallende Gichtgas der Hochöfen effektiv weiterverwendet werden. 

Nach der Fertigstellung der Halle erforderte die stetig steigende Eisenproduktion vor dem ersten Weltkrieg schnell die Aufstellung weiterer Maschinen. Dabei wurde die Halle 1904, 1907 und 1913 jeweils um einen Bauabschnitt verlängert. Diese zeigen sich heute am deutlichsten an den unterschiedlichen Formen der Oberlichter. Ihre heutige Größe erreichte die Gebläsehalle mit dem letzten Ausbau 1938, der in Stahlbeton ausgeführt wurde. 

Die Gebläsemaschinen

Die zündende Idee kam spät: 1878 konstruierten die deutschen Ingenieure Otto und Langen den ersten Gasmotor. Die Maschinenfabrik Deutz baute 1894 die erste Gichtgasmaschine. Die „Röchling'schen Eisen- und Stahlwerke“ setzten sofort auf die neue Technik. 1899 wurde bei der M.A.N. die erste Großgasmaschine bestellt, ein Gasmaschine zur Stromerzeugung. 1901 ging die erste Gasgebläsemaschine in der neu gebauten Gebläsehalle in Betrieb.

Nach der Stilllegung des Hüttenwerkes wurde die Gebläsehalle gesichert und verschlossen. Anders als in vielen Gebläsehallen weltweit, blieb so der größte Teil der Ausstattung wie in einer Zeitkapsel erhalten. 

Seit 1996 wird die Gebläsehalle, als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum genutzt. Zur Ausstellung "Mon Trésor. Europas Schatz im Saarland" (2020) wurden die vorhandenen Ausstellungseinbauten restlos entfernt und längst vergessene Schätze wieder freigelegt.

Gebläsemaschinen 9 & 10
Die riesigen Schraubenschlüssel für die Gebläsemaschinen
Erstateillager für die "kleine Inspektion"
Gebläsemaschine XX
Arbeiterspind
Große Bühne in der Gebläsehalle
Gebläsemaschine 10 | Detail