Ralph Roelse
Ausstellungen
Werke
With One Eye Open / Industrial Landscapes
UAB Werke Jasper van es
Copyright: Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Celine Felber
Datierung
2026, in situ
Material
Güterzug-Nachbau, Sprühfarbe auf Holz, Prints, Video
Beschreibung
Ein in der Möllerhalle zum Halt gekommener Frachtwaggon verweist auf den Ursprung der Urban Art und zugleich Leitbild der Urban Art Biennale. Zu sehen ist neben dem Monumentalzug eine kleine Ausstellung über Fotografie innerhalb der Graffiti‑Kultur: With One Eye Open/Industrial Landscapes von Jasper van Es untersucht, wie Eisenbahnen und (verlassene) Industriezonen Künstler:innen und Fotograf:innen inspirieren, die raue Schönheit dieser Umgebungen einzufangen. Die Stahl- und Eisenindustrie prägt Völklingen und die Region bis heute. (Post-)industrielle Gleisbereiche und Zwischenräume üben eine besondere Anziehung auf Graffiti‑Writer:innen aus – Orte abseits der Öffentlichkeit, an denen Wände, Industrieanlagen und Güterzüge ideale Malflächen bieten. Hier können Writer:innen oftmals ungestört arbeiten und da diese Orte im Laufe der Zeit zunehmend verschwinden, wird die Fotografie zur einzigen greifbaren Dokumentation. Im hinteren Segment des Zuges sind Fragmente industrieller Landschaften in einer Diaschau von Ralph Roelse zu sehen.
My Landscape
Roelse 1 kompr
Copyright: Karl Heinrich Veith
Datierung
2024, in situ
Beschreibung
Ralph Roelse ist bekannt – oder besser gesagt noch viel zu unbekannt – für seine extrem minimalistischen, eigensinnigen und herausfordernden Werke abstrakter Malerei. Diese bringt er regelmäßig ungenehmigt in offenen, jedoch oft nicht im eigentlichen Sinn öffentlichen Räumen an. „Das Illegale kommt der Arbeit zugute”, sagt er. So mag man über eine Brücke in einem generischen Eindhovener Industriegebiet gehen, nicht ahnend, dass man nur hinabsteigen müsste, um darunter ein konzeptuelles Wandbild in Museumsqualität zu finden. Güterzüge, die durch Hafenanlagen der Benelux-Länder rangiert werden, tragen seine fein arrangierten freie Formen oder experimentellen Geometrien auf ihrer stählernen Oberfläche. Daneben verfolgt Roelse eine nicht weniger profunde studiokünstlerische Praxis. Beides ist bei ihm nicht voneinander getrennt, sondern beeinflusst sich wechselseitig. Nicht zuletzt spielt auch Fotografie eine entscheidende Rolle. Die Malerei im Außenraum findet nicht isoliert statt, sondern wird Teil eines postindustrie-landschaftlichen Ganzen. Umgekehrt kann eine Studioarbeit übersetzt werden um ähnlich wie die Graffitiwerke als urbane Land Art den Raum zu transformieren. Die Inszenierung des Blickes und der dokumentarisch-künstlerische Transport sind immer schon mitgedacht.
Robert Kaltenhäuser