James Gregory Atkinson

Die Völklinger Hütte in Rotes Licht getaucht
Copyright: Weltkulturerbe Völklinger Hütte | Oliver Dietze

J Atkinson original

J Atkinson original
Copyright: Eike Walkenhorst

geboren 1981 in Bad Nauheim, Deutschland
lebt und arbeitet in Frankfurt-Main, Deutschland / Seattle, USA

Webpräsenz

Instagram: https://www.instagram.com/toxithegoat/

Werke

In seinen forschungsbasierten Ausstellungsprojekten kombiniert der deutsch-amerikanische Künstler James Gregory Atkinson Elemente der sozialen und politischen Geschichte mit seiner Autobiografie, um die Abwesenheit afro-deutscher Erfahrungen in den dominanten Erzählungen über Race, Identität und Nationalität in Deutschland zu untersuchen. Indem er Archive, Orte, Körper und performative Praktiken als historische Träger mit den gegenwärtigen Realitäten des Lebens Schwarzer in der Diaspora verbindet, schlägt Atkinson alternative Perspektiven auf transhistorisches Schwarzsein vor. 

With His Head Held High. Re: Stand and Fall

Datierung
2023

James Gregory Atkinson, Head Held High. Re: STAND AND FALL. (Original German title: Mit erhobenem Kopf. Re: STAND UND FALL.) Bronze Askari figure (identity unknown), Part 1 of 3, Adolf Kürle: Wissmann Memorial, Dar es Salaam, Tanzania/Hamburg, Germany, 1905

Beschreibung

In Head Held High. Re: STAND AND FALL (deutscher Originaltitel: Mit erhobenem Kopf. Re: STAND UND FALL) dekonstruiert James Gregory kritisch das umgestürzte Denkmal von Hermann von Wissmann. Das Denkmal zeigte früher drei Bronzefiguren mit Wissmann an der Spitze, die über einem Askari-Soldaten und einem gefallenen Löwen am Boden thronten. In dieser Umgebung blieb der Askari namenlos und ohne Identität, seine Geschichte ging für die Geschichte verloren. Diese Bilder verstärken eine klare Rassenhierarchie, die die Unterwerfung der kolonisierten Völker unterstreicht und ein Erbe verewigt, das Schwarze Identitäten entmenschlicht und die dringende Notwendigkeit unterstreicht, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen und sie zurückzugewinnen. Atkinson konzentriert sich nun auf den Askari allein und seine aufrechte Darstellung mit erhobenem Kopf, um die Komplexität der kolonialen Identität und des Widerstands hervorzuheben und zu durchdringen

The Time Capsule: Toxi Lives Differently

Datierung
2024

Original German title: Zeitkapsel Toxi lebt anders
Photography, magazines, documents, books, oil on canvas, various materials.
Courtesy of the artist, Kirsten Köhler-Forsbach, and the Collection of Theodor Wonja Michael at the Documentation Center and Museum on Migration in Germany (DOMiD), Eemil Doerstling, German Historical Museum Berlin.

Beschreibung

The Time Capsule: Toxi Lives Differently (deutscher Originaltitel: Zeitkapsel Toxi lebt anders), 2024, integriert Emil Doerstlings Gemälde Schwarzer preußischer Soldat mit einer weißen Frau, Allegorie auf die preußische Kolonialpolitik von 1890 aus dem Deutschen Historischen Museum. Atkinson befasst sich mit Themen wie Race, Identität und kollektivem Gedächtnis und kontrastiert die idealisierte Darstellung von Intimität auf dem Gemälde mit der harten Realität, mit der Schwarze Menschen im Deutschen Reich und im (post-)nationalsozialistischen Deutschland konfrontiert waren. Ab 1937 wurden Anstrengungen unternommen, um die Zwangssterilisation von Kindern französischer Kolonialsoldaten aus Nord- und Westafrika und weißer deutscher Frauen zu verschleiern. Noch 1952 wurden diese Kinder in einer öffentlichen Debatte im Bundestag verunglimpft und als ein sichtbares Problem für Deutschland behandelt. Filme wie Toxi, die im selben Jahr herauskamen, verkauften die Wiedervereinigung afrodeutscher Kinder mit ihren afroamerikanischen Vätern in den Vereinigten Staaten als ideale Lösung für die als problematisch empfundene Anwesenheit afrodeutscher Kinder in der Gesellschaft. Time Capsule: Toxi Lives Differently sammelt Archivmaterial aus dieser Zeit und entlarvt das so genannte Brown Babies Adoptionsprogramm als eine Massendeportationsinitiative. Dazu gehören Zeitschriften, Bilder aus den Familienalben des Künstlers und verschiedene Ephemera, die auf die Protagonisten von 6 Friedberg-Chicago verweisen.

Ausstellungen