Stephane Moscato
Ausstellungen
Werke
Cartographie sensible
UAB Werke STEPHANE MOSCATO 1
Copyright: Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Celine Felber
Datierung
2026, situ
Material
Sprühfarbe auf Boden
Beschreibung
Der Marseiller Künstler Stéphane Moscato arbeitet seit Langem an der Schnittstelle von Schrift, Maschine und Territorium. Für die Urban Art Biennale 2026 präsentiert er eine Intervention, die mittels eines Dreirads umgesetzt wird, das er zu einem Schreibinstrument umfunktioniert hat. An der Front des Fahrzeugs ist eine Gruppe von Spraydosen montiert, die im Rhythmus seiner Bewegungen auslösen. Während Moscato in die Pedale tritt, schreiben sich Wörter und Satzfragmente direkt auf die Straßenoberfläche. Geschwindigkeit, Verlauf und die Geometrie des Untergrunds bestimmen die Form jedes einzelnen Buchstabens. In diesem Fall passt sich die Schrift einer der alten Gleisstraßen des Werks an und folgt ihr über eine Strecke von 500 Metern. Das Ergebnis ist auf doppelte Weise lesbar: Auf Straßenniveau erscheint es als fragmentarische, beinahe kalligrafische Spur; aus der Höhe – etwa von einer Fußgängerbrücke, einem Fenster oder einem Aussichtspunkt – offenbart es sich als kartografische Zeichnung und poetischer Widerhall. Die Arbeit ist ihrem Wesen nach ephemer; die Linien verschwinden durch Verkehr und Witterung. Nach über einem Monat sind die gesprühten Wörter verschwunden, festgehalten in Fotos und Videos.
Les mains d'or
Moscato 2
Copyright: Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Karl Heinrich Veith
Datierung
2022, in situ
Abmessungen
450 x 425 cm
Material
Acryl, Sprühfarbe, Holz
Beschreibung
Stéphane Moscato arbeitet meist im Wechselspiel zwischen Pochoir, also Schablonen-Graffiti, und Décollage, dem Auffinden, Abreißen und Neukombinieren von Plakatassemblagen. Seine Themen sind das Anthropozän, die moderne Gesellschaft, die Zivilisation mit ihrer ambivalenten Beziehung zum Animalischen. Die dargestellten Protagonist:innen haben oft Tierköpfe, deren Bedeutung zwischen Maskierung und Demaskierung oszilliert.
„Les mains d’or“ in der Möllerhalle der Völklinger Hütte ist eine Malerei auf provisorischer Wand – ein Tafelbild. Die allegorische Figur – ein Fuchs – formt das glühende Roheisen zu einer magisch leuchtenden Kugel. Symbolisch steht die Figur für die Völklinger Hüttenarbeiter als auch für das menschheitsgeschichtlich wirksame Prinzip der Metallurgie. Ohne dass es direkt mit den Händen berührt wird, schwebt das Material im energetischen Zentrum. Moscato zeigt sich „fasziniert von den unglaublichen Kräften“, die wie beim Mythos des griechischen Gottes des Feuers und der Schmiedekunst Hephaistos eingesetzt werden, „um Materie zu schaffen“.