Almanya – Leben in Deutschland Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt Fotografien Mehmet Ünals zum 60-jährigen Jubiläum des „Anwerbeabkommens“

 

60 Jahre ist es nun her, dass die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei ein „Anwerbeabkommen“ unterzeichneten. In der Bundesrepublik gab es nicht genügend Arbeitskräfte, in der Türkei hingegen waren viele junge Männer arbeitslos. Es kamen „Gastarbeiter“, vielleicht für ein oder zwei Jahre, so dachte man. Aber es kam anders: Die Aufenthaltsdauer wurde verlängert, viele der zugewanderten Türkinnen und Türken blieben, Deutschland wurde für sie und ihre Familien zum Lebensmittelpunkt.

Der Fotograf Mehmet Ünal porträtiert seit vielen Jahren den Alltag dieser Menschen. Schon in den Jahren 2005 bis 2008 widmete das Weltkulturerbe Völklinger Hütte Ünals Fotografien aus den Jahren 1973 bis 1985 eine Ausstellung. Schließlich haben auch an den Völklinger Hochöfen Deutsche, Italiener und Türken gemeinsam für die Hütte gearbeitet. Zum Jubiläum des Anwerbeabkommens präsentiert das Weltkulturerbe diese Fotoarbeiten noch einmal im Eingangsbereich der Gebläsehalle. Die Ausstellung „Almanya — Leben in Deutschland“ ist damit auch ein Beitrag zum deutschlandweiten Erinnern an dieses Kapitel der Geschichte und ihre Auswirkungen auf die Kultur und die Gesellschaft unseres Landes.

Ünals Fotos führen uns in Häuser und Wohnzimmer. Ein Mann sitzt auf seinem Sofa und spielt die Bağlama, während im Hintergrund an der Wand ein Plakat des SPD-Kandidaten Hans-Jochen Vogel hängt. Wir sehen eine Familie am Essenstisch und erkennen dahinter das Bild einer Moschee. Auf einem anderen Familienfoto hat ein Junge seinen Karnevals-Cowboy-Hut aufgezogen. Ünals fotografische Arbeiten porträtieren die Menschen, sie zeigen Alltagsszenen ebenso wie den Gang aufs Arbeitsamt, Demonstrationen und auch politische Slogans und Plakate — „Deutschland den Deutschen“, „1 Million ausländische Kinder ohne Zukunft“. Und natürlich sind auch Bilder von Feiern und Festen dabei, Tanzszenen oder das Brautpaar, an dessen festlicher Kleidung die Gäste zahlreiche D-Mark gepinnt haben.

“Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl!” zitiert Mehmet Ünal Herbert Grönemeyer auf seiner Internetseite. Die Fotos von „Almanya — Leben in Deutschland“ geben Gelegenheit, diesem Satz nachzufühlen.

Die Ausstellung ist bis 30. November 2021 im eintrittsfreien Eingangsbereich des Weltkulturerbes zu sehen.
Der 60. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens wird in der Völklinger Hütte am Samstag, den 30. Oktober um 18 Uhr mit einem Festakt gewürdigt. Es sprechen der Ausstellungsleiter am Weltkulturerbe Völklinger Hütte Frank Krämer, Landesintegrationsbeauftragte und Sozialministerin Monika Bachmann sowie einer der ersten türkischen Hüttenarbeiter in Völklingen Kaya Urhan.
Mehmet Ünal wird die Ausstellung persönlich eröffnen, der Ministerpräsident Tobias Hans sendet eine Videobotschaft. Musikalisch begleitet wird der Festakt von der Pianistin Güneş Oba.

Für die Veranstaltung gilt die 3-G-Regel (Geimpft, Genesen, Getestet). Die TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt, daher wird um Anmeldung gebeten unter ReferatIntegration@soziales.saarland.de oder per Telefon 0681-5013484.

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Dr. Armin Leidinger

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